Kommunen am Limit – Krakow am See beim bundesweiten Aktionstag | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Kommunen am Limit – Krakow am See beim bundesweiten Aktionstag

Am 22.06.2026 ging für eine kurze Zeit „nichts“ mehr im Rathaus Krakow am See. Die Uhren standen auf 5 vor 12 und eine der beiden die Eingangstüren des Rathauses war mit gelb-schwarzem Warnband abgesperrt und mit einem Banner sowie Plakaten versehen. Auch die Außenstelle Lalendorf war mit Absperrband verschlossen. Punkt 11:00 Uhr versammelten sich alle Mitarbeitenden des Amtes vor dem Rathaus in Krakow am See sowie der Außenstelle in Lalendorf – zeitgleich mit tausenden anderen in allen Städten, Dörfern und Gemeinden, die bundesweit am Aktionstag „Kommunen am Limit“ teilnahmen.

„Wir wollten ungeschminkt zeigen, dass kommunale Finanznot nicht abstrakt ist. Mit leeren Kassen steht hier tatsächlich die Arbeit der gesamten Verwaltung auf dem Spiel, mit fatalen Auswirkungen auf den ganzen Amtsbereich. Dann sind keine Investitionen mehr in Infrastruktur, Bildung, Kultur und Feuerwehr möglich, ja nicht einmal mehr Erhaltung dessen, was wir erreicht und geschaffen haben“, sagt die leitende Verwaltungsbeamtin Steffi Lucht.

Bundesweite Aktion

Der bundesweite Aktionstag sollte deshalb vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Bundeskanzler am 25. Juni 2026 auf die Notlage aufmerksam machen. Denn die kommunale Finanzkrise ist schon jetzt im Alltag konkret spürbar. Jedes Haushaltsdefizit bedeutet vor Ort weniger Gestaltungsspielraum, geschlossene Einrichtungen, längere Wartezeiten und zurückgestellte Zukunftsinvestitionen. „Bei unseren amtsangehörigen Gemeinden zeigt sich das vor allem in längeren Umsetzungszeiten für Projekte, zurückgestellten Maßnahmen und einem wachsenden Druck auf die laufenden Aufgaben der Verwaltung. Auch wenn wir alle Spielräume und Fördermöglichkeiten so geschickt wie möglich nutzen, steht doch die Qualität der öffentlichen Daseinsvorsorge für unsere Bürgerinnen und Bürger auf dem Spiel“, so Steffi Lucht.

Strukturelle Reformen

Die Ursache dieser Krise liegt nicht am mangelnden Sparwillen der Kommunen. Von Bund und Ländern werden Aufgaben, Standards und Leistungsansprüche beschlossen, die jedoch häufig nicht dauerhaft und dynamisch finanziert werden. Eine auf Dauer unhaltbare Situation. Umso dringender war der Appell im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz.

„Wir hoffen, im kommenden Jahr nicht mit Uhren, die 5 nach 12 anzeigen, hier stehen zu müssen. Wir hoffen, dass strukturelle Reformen von Bund und Ländern angegangen werden, die die Finanzlage stabilisieren und die Ämter handlungsfähig erhalten. Am 22.06. nahmen alle Mitarbeitenden nach der kurzen Aktion ihre Arbeit wieder auf. Wir wollen auch in Zukunft tätig bleiben können“, resümierte Steffi Lucht die Aktion.

Hier finden Sie weitere Informationen:

NDR berichtet

bundesweiter Aktionstag

Deutscher Städte- und Gemeindebund

Pressemitteilung Deutscher Städtetag