Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger des Amtes Krakow am See,
am 22. Juni 2026 beteiligte sich die Amtsverwaltung an der bundesweiten Aktion „Kommunen am Limit“, um auf die angespannte finanzielle Situation der Kommunen aufmerksam zu machen.
Für kurze Zeit stand im Rathaus Krakow am See symbolisch alles still: Die Uhren waren auf „5 vor 12“ gestellt, eine Eingangstür war mit Warnband abgesperrt und mit Bannern sowie Plakaten versehen. Auch die Außenstelle in Lalendorf wurde symbolisch abgesperrt. Um 11:00 Uhr versammelten sich die Mitarbeitenden des Amtes vor den Verwaltungsgebäuden – zeitgleich mit vielen Beschäftigten in Städten, Gemeinden und Ämtern in ganz Deutschland.
Mit dieser Aktion sollte deutlich gemacht werden, dass die kommunale Finanzkrise keine abstrakte Größe ist, sondern ganz konkrete Auswirkungen auf die Arbeit vor Ort hat. Steigende Aufgaben und Anforderungen bei gleichzeitig unzureichender finanzieller Ausstattung schränken die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen zunehmend ein. Dies betrifft Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Kultur, Feuerwehr und viele weitere Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge.
Der Aktionstag fand im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Bundeskanzler am 25. Juni 2026 statt. Ziel war es, auf die schwierige Lage der Kommunen aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit struktureller Reformen zu unterstreichen. Bund und Länder übertragen den Kommunen regelmäßig neue Aufgaben und höhere Standards, ohne dass die Finanzierung dauerhaft und ausreichend sichergestellt wird.
Auch in unserem Amtsbereich zeigen sich die Folgen bereits durch längere Umsetzungszeiten bei Projekten, verschobene Maßnahmen und einen zunehmenden Druck auf die laufenden Verwaltungsaufgaben. Trotz eines verantwortungsvollen Umgangs mit den vorhandenen Mitteln und der Nutzung aller verfügbaren Fördermöglichkeiten stoßen die Kommunen zunehmend an ihre Grenzen.
Nach der kurzen symbolischen Aktion nahmen alle Mitarbeitenden ihre Arbeit wieder auf. Die Verwaltung steht den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin zuverlässig zur Verfügung. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung, dass die Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene die notwendigen Schritte einleiten, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen langfristig zu sichern.
Mit Beginn der Sommerferien wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern, Familien sowie Urlauberinnen und Urlaubern eine erholsame und sonnige Zeit. Genießen Sie die Gelegenheit, Kraft zu tanken und schöne Momente mit Familie und Freunden zu verbringen.
Ihr Amtsvorsteher Matthias Streeb