Kaum ein Wort hat ähnlich viele Facetten wie Heimat. Ein geliebtes Wort für einen geliebten Ort, ein verleugnetes Wort für etwas Zerstörtes, (k)ein Synonym für den Geburtsort … manipuliert, benutzt, abgedroschen … ein Windhauch, ein Duft, Freude … Identität, Nähe, Verbundenheit … ein Schlagwort, ein Begriff…
Seit Frühjahr 2026 führte die PfD Krakow am See & Mecklenburgische Schweiz die Reihe „Heimat“ durch, die sich intensiv mit Wurzeln, Herkunft und dem teilweise stark polarisierenden Umgang mit dem Begriff Heimat auseinandersetzt. Initiiert und organisiert wird die Reihe von der Beraterin für Demokratiestärkung und Rechtsextremismusprävention Alena E. Lyons.
Heimat in allen Facetten
So differenziert und provokant wie der Begriff Heimat war auch das Angebot der Reihe mit Vortrag, Lesung, Film und Theaterkonzert – und traf komplett den Nerv der Zeit und des Publikums, das in diesen spannungsvollen und umbrechenden Zeiten auf der Suche nach Antwort ist.
Der große Zulauf zu den Veranstaltungen zeigt ein gewachsenes Bedürfnis nach Information und Austausch. Sowohl der Vortrag von Andrea Röpke „Völkische Landnahme – eine Gefahr für die Demokratie“ im Juni 2026 als auch die Lesung von Ilko Sascha-Kowalczuk „Faschismus ist keine Meinung – stabil bleiben in autoritären Zeiten“ am 17.09.2026 waren bis auf den letzten Platz ausgebucht. Beide Themen sprachen eine beunruhigende Entwicklung gerade auch in den beiden Amtsbereichen der PfD an.
Die Journalistin und Expertin Andrea Röpke informierte ausführlich und differenziert über aktive Strukturen völkischer Familien in der Region. Das betraf auch ganz konkret das Zusammenleben in der Nachbarschaft und offenbarte, wie wichtig es ist, diese Entwicklungen vor allem im dörflichen Umfeld, wo Gemeinschaft eng gelebt wird, frühzeitig zu erkennen und einzuordnen.
Der Historiker und Publizist Sascha Ilko-Kowalczuk nahm diese regionalen Entwicklungen auf und beschrieb, wie uns eine Verklärung aktueller und vergangener faschistischer Regime in hochgradig krisenhaften Zeiten sowie in einem andauernden Zustand gesellschaftlicher Zukunftslosigkeit an die "Schwelle zu autoritären Zeiten" bringe.
Wege aus der Ohnmacht
Anders der Dokumentarfilm „Im Osten was Neues“, der Alternativen eröffnet. Er erzählt die Geschichte rund um den ehemaligen Neonazi Thomas „Eichi“ Eichstätt, der heute in Torgelow eine Fußballmannschaft mit Flüchtlingen trainiert. Der Film wurde mehrfach in den Amtsbereichen gezeigt. Bei einer Aufführung war die Regisseurin Loraine Blumenthal zugegen und stellte sich den Fragen des Publikums.
Fulminanter Abschluss der Reihe war am 03.10.2026, dem Tag der deutschen Einheit, das Theaterkonzert „Deutschland, siehst Du das nicht?“ mit dem Bläserquintett OPUS 45 und dem Schauspieler Roman Knizka. Das Publikum dankte dem Ensemble mit langem, stehenden Applaus. Viele Besucherinnen und Besucher blieben auch hier anschließend zum Gespräch mit den Künstlern.
Das enorme Interesse an diesen Veranstaltungen wird von der PfD aufgegriffen. Es offenbart ein Bedürfnis in den Amtskreisen, für das weitere Angebote konzipiert werden.